Für eine wirtschaftliche Gussbearbeitung bietet MAPAL die Wechselkopf-Reibahle CPR500/510 mit optimierter Kühlung.

Präziser, wirtschaft­licher und einfacher in der Handhabung

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Dank des EA-Systems werden rund 60 bis 70 Prozent der Zeit zum Einstellen eingespart.

Reibwerkzeuge befinden sich im Spannungsfeld zwischen den Forderungen nach höchster Genauigkeit und minimalem Handlingsaufwand. Zudem legen Kunden ihr Augenmerk seit jeher auf Wirtschaftlichkeit, möglichst geringen Logistikaufwand und ein Maximum an Prozesssicherheit. Seit der Einführung der Einmesser-Reibahle im Jahr 1954 bietet MAPAL Werkzeuge zur Bohrungsfeinbearbeitung am Puls der Zeit. Welche Herausforderungen heute zu meistern sind und welche Lösungen MAPAL dafür bietet, berichtet Michael Neumann, Produktmanager Reib- und Feinbohrwerkzeuge.

Wie würden Sie das Angebot an MAPAL Werkzeugen zur Feinbearbeitung von Bohrungen in drei Sätzen zusammenfassen?
Michael Neumann: Wir bieten für jede Reibbearbeitung das passende Werkzeugkonzept – sowohl Standard- als auch Sonderwerkzeuge. Dabei decken wir einen grossen Durchmesserbereich von 0,6 bis 350 mm ab. Unser Port­folio unterteilt sich in Werkzeuge mit Führungsleisten, Wechselkopf-Reibahlen, Hochleistungsreibahlen mit Zylinderschaft sowie Sonderlösungen für grosse Durchmesser.

Das sind viele unterschiedliche Werkzeugtypen – wie unterscheiden sie sich und wie finden Kunden das für Sie optimale Konzept?
Die Unterschiede der einzelnen Reibwerkzeugtypen liegen im Einstellaufwand, den Einstellmöglichkeiten, der erreichbaren Genauigkeit, der Standzeit und der Wiederverwendbarkeit. Je nachdem welche Anforderungen und Gegebenheiten ein Kunde hat, finden oder entwickeln wir aus unserem Portfolio das für ihn beste Werkzeug. Für die Massenproduktion beispielsweise ist die Standzeit für eine wirtschaftliche Fertigung extrem wichtig. Ohne Einstellraum oder geschulte Mitarbeiter muss das Handling möglichst einfach sein.

Ist dabei bezüglich der Kundenanforderungen ein Trend erkennbar?
Der Trend geht, wie in der gesamten Geschichte der Reibwerkzeuge, dahin, die Prozesse weiter zu optimieren und damit die Bearbeitungszeit zu verkürzen, die Fertigung also noch wirtschaftlicher zu gestalten. Zudem fordern immer mehr Kunden Reibwerkzeuge, die ohne oder mit nur minimalem Einstellaufwand verwendet werden können. Denn um die Werkzeuge richtig einzustellen und damit die bestmög­liche Genauigkeit zu erreichen, ist gut geschultes Fachpersonal nötig.
Nichtsdestotrotz bleibt beim Reiben die Bohrungsqualität von grösster Bedeutung. Die besten Ergebnisse erreicht man nach wie vor mit Führungsleistenwerkzeugen, da diese Werkzeuge µ-genau einstellbar sind und das Werkzeug durch die Führungsleisten in der Bohrung gestützt ist. Deshalb ist es unsere Aufgabe, ohne Einbussen bei der Genauigkeit, für unsere Werkzeuge die Bedienerfreundlichkeit weiter zu erhöhen, das Einstellen einfacher zu gestalten und die Einstellzeiten zu verkürzen.

Wie erfüllt MAPAL diese Aufgaben?
Anwendungen mit sehr engen Toleranzvorgaben, die nach einem Führungsleistenwerkzeug verlangen, und Personal, das nicht entsprechend qualifiziert ist – das ist natürlich die schwierigste Aufgabe. Um das Einstellen deutlich zu erleichtern, setzen wir auch bei unseren Werkzeugen mit Führungsleisten das EA-System (EasyAdjust) ein. Das ist ein erster Schritt in diese Richtung. Dank des EA-Systems muss die Verjüngung der Schneide nicht mehr eingestellt werden, sie ist bereits in die hochpräzise gefertigte Kassette, in die die Wendeschneidplatte eingesetzt wird, integriert. Radial müssen die Schneiden allerdings immer noch eingestellt werden. Dank des EA-Systems werden aber schon rund 60 bis 70 Prozent der Zeit zum Einstellen eingespart.

Und wenn tatsächlich gar nicht eingestellt werden soll?
Dann ist das Ergebnis nicht auf den letzten µm genau. Trotzdem: Wir erreichen auch mit Werkzeugen, die nicht eingestellt werden müssen, hervorragende Ergebnisse. Für das Reiben grosser Durchmesser ab 65 mm haben wir beispielsweise auf der EMO in Hannover ein neues Werkzeugkonzept vorgestellt: den HPR 400 plus. Mit dieser mehrschneidigen Reibahle wird eine kurze Bearbeitungszeit erreicht. Zum anderen können die Schneiden vom Kunden selbst vor Ort prozesssicher und sehr einfach ausgetauscht werden. Dadurch wird die Werkzeuglogistik deutlich vereinfacht. Zur Wiederaufbereitung muss das Werkzeug nicht zum Hersteller geschickt werden. Dadurch reduziert sich der benötigte Umlaufbestand. Der Kunde muss lediglich die Wendeschneidplatten vorrätig haben. Die Besonderheit des Werkzeugs sind  Wendeschneidplatten mit vier nutzbaren Schneidkanten. Beim Vorgängermodell, dem HPR 400, war lediglich eine Schneidkante nutzbar. Dadurch werden die Cost-Per-Part nochmals deutlich gesenkt.

Muss das Werkzeug nach dem Wechsel der Schneiden neu eingestellt werden?
Nein. Denn, sowohl die Schneidplatten als auch die Plattensitze sind hochpräzise gefertigt.

Gibt es auch Konzepte, die für kleinere Durchmesser ähnliche Vorteile bieten?
Unter anderem unsere neue CPR-Wechselkopfreibahle, die für den Durchmesserbereich 8 bis 40 mm verfügbar ist. Bei diesem CPR-System wird der Reibkopf einfach ausgetauscht, wenn das Standzeitende des Kopfs ­erreicht ist. Eingestellt werden muss dabei nichts. Dieses System bietet zudem einen weiteren Vorteil: Wir fertigen lediglich die Köpfe aus dem kostenintensiven Vollhartmetall. Dadurch wird viel Material eingespart. Wir bieten dieses Werkzeugsystem für zahlreiche Werkstoffe: zur Bearbeitung von Guss, Stahl, Titan, Aluminium, VA, CFK, GFK und zur Hartbearbeitung.

Bei einem hohen Werkzeugvolumen ist das dann aber trotzdem ein hoher Anteil an kostenintensivem Vollhartmetall. Gibt es hierfür im Bereich des Reibens eine Alternative?
Speziell für solche Anwendungen mit sehr hohen Stückzahlen und einem entsprechenden Volumen an ein und demselben Werkzeug haben wir Schneidköpfe entwickelt, die wir mithilfe von Formen konturnah pressen. Obwohl für die entsprechende Form ein höherer Invest nötig ist, rechnen sich bei der Massenfertigung diese Art von Wechselköpfen, da die Werkzeuge selbst dann deutlich kostengünstiger sind.

Neben diesen Innovationen: Wieso sollte sich ein Kunde für ein Reibwerkzeug von MAPAL entscheiden?
Zum einen bieten wir, wie bereits erwähnt, ein breit gefächertes Portfolio und haben jahrzehntelange Erfahrung bei der Feinbearbeitung von Bohrungen. Zum ­anderen haben wir weitere Alleinstellungsmerkmale wie beispielsweise unsere Führungsleistenwerkzeuge. MAPAL ist zudem der einzige Werkzeughersteller, der eine CVD-Beschichtung zum Reiben von Guss entwickelt hat und erfolgreich einsetzt. Unser Schneidstoff HC418/419 sorgt für beste Oberflächen bei hervorragender Masstoleranz, und das bei einer deutlich höheren Standzeit verglichen mit PVD-beschichteten Schneidstoffen.

Herr Neumann, vielen Dank für die sehr interessanten Ausführungen.